Archive for the ‘Media’ Category

Für den Physiker Didier Sornette war die Finanzkrise prinzipiell vorhersehbar

Thursday, October 16th, 2008

Prof. Didier SornetteProf. Didier Sornette provoziert die Finanzwissenschaft mit der Behauptung, Kursentwicklungen an der Börse seien in bestimmter Weise vorhersagbar. Mit statistischen Verfahren, die ebenfalls in der Erdbebenforschung verwendet werden, hatte er 2004 den Höhepunkt der US-Immobilienblase korrekterweise auf Mitte 2006 gelegt. Zurzeit sei das Finanzsystem an seinem kritischen Punkt, dem Tipping Point, an dem kleine Ursachen große Wirkungen haben können. Im Telepolis-Interview spricht der Inhaber des Lehrstuhls für Unternehmerische Risiken an der ETH Zürich zu Ursachen und Mechanismen der Finanzkrise. Hier gehts zum Interview »

Netzwerke und Systeme: Alles ist relational

Tuesday, October 7th, 2008

Vor einem Jahr hat die Frankfurter Netzwerktagung den Aufbruch der deutschen Sozialwissenschaft in Richtung der Etablierung relationaler Methoden und Theorien eingeläutet. Ende September hat sich diese Strömung „transatlantische Impulse“ geholt – und aufgezeigt, was man selber zu bieten hat. Hier gehts weiter »

Kalte Fusion nimmt erneut Anlauf

Thursday, August 14th, 2008

Seit etwa 50 Jahren wird versucht, den Prozess, der in der Sonne abläuft, auf der Erde zu reproduzieren und für die Energieversorgung zu nutzen. In acht Jahren soll der internationale Forschungsreaktor ITER in Betrieb gehen und die Ära der Heißen Fusion einleiten – ein Wissenschaftstraum und Milliardenprojekt. Zurzeit findet in Washington DC, direkt vor der Haustür des US-Kongresses, eine Konferenz zur Kernfusion statt. Das Motto lautet: „Spannende neue Wissenschaft und potenzielle saubere Energie“. Doch um die Heiße Fusion geht es nicht. Der folgende Bericht über die Kalte Fusion lief heute im Deutschlandfunk (hier nachzuhören). Gleich darauf berichtete der USA-Wissenschaftskorrespondent über die Konferenz (hier nachzuhören). (more…)

Lobbying for Cold Fusion

Tuesday, August 12th, 2008

In 2004 the German online magazine Telepolis ran my mini series about Cold Fusion. The background was an evaluation of the state of research by the US Department of Energy. Their conclusion remained ambiguous. A home program for Cold Fusion, as the proponents had hoped for, was not established. Now the science lobbying has entered another round. Since Monday the 14th International Conference on Condensed Matter Nuclear Science is held at the doorstep of US Congress. But ground work is international and especially going strong in India. A key role is attributed to a recent demonstration of Cold Fusion at Osaka University in Japan, which some hope to be the beginning of a breakthrough. Part 7 tells a background story of these scientific and political efforts. (more…)

Lobbying für die Kalte Fusion

Tuesday, August 12th, 2008

2004 lief bei Telepolis eine sechsteilige Mini-Serie über die umstrittene Kalte Fusion. Hintergrund war eine Begutachtung des Stands der Erforschung dieser potentiellen Energiequelle durch das US-Energieministerium. Das Ergebnis blieb zweideutig. Zu der breit angelegten Forschungsförderung, die die Antragsteller sich gewünscht hatten, kam es nicht. Nun ist das Wissenschaftslobbying der Kalte-Fusion-Forscher in eine neue Runde gegangen. Seit Montag findet vor der Haustür des US-Kongresses die 14. Internationale Konferenz für Festkörperkernforschung statt. Doch auch international gibt es Bemühungen, die Forschung auszuweiten, besonders in Indien. Eine Schlüsselrolle kommt der kürzlichen Demonstration einer Kalten Fusion an der Osaka Universität in Japan zu, von der Manche sich den Anfang eines Durchbruchs erhoffen. Teil 7 der Serie schildert Hintergründe dieser internationalen wissenschaftlichen und politischen Bemühungen. (more…)

Bläschenfusion-Untersuchung wirft unangenehme Fragen auf

Thursday, July 31st, 2008

Mit dem Namen Rusi Taleyarkhan wird eine Variante der Kernfusion im Labormaßstab verbunden (Bläschenfusion). Seit 2006 Anschuldigungen gegen ihn auftauchten, wird mit diesem Namen jedoch auch Alles von Schlamperei bis Betrug verbunden. Nachdem ein erstes Untersuchungskomitee ihn 2006 freisprach, hat ihn ein zweites nun des “wissenschaftlichen Fehlverhaltens” bezichtigt.

Mit seinen 100 Fußnoten scheint der aktuelle Untersuchungsbericht grundsolide. Doch seine Beweiskraft schwindet rapide, wenn man ihn kritisch studiert. Ergebnisse dieses Studiums habe ich nun im Deutschlandfunk berichtet (hier zum hören). Der Stuttgarter Professor für nukleare Energiesysteme Günter Lohnert findet die Anschuldigungen schlicht “lächerlich” (hier nachzuhören). Er war der Gutachter eines Aufsatzes, der in der Untersuchung eine zentrale Rolle spielt. (more…)

Neue Methode der Wasserspaltung

Friday, May 23rd, 2008

Brennendes Salzwasser in Gegenwart eines Radiowellenfelds im Labor von Rustom RoySeit 2005 macht ein Video im WWW die Runde, in dem eine neue Methode der Wasserspaltung berichtet wird. John Kanzius bestrahlt ein Glas Salzwasser mit Radiowellen der Frequenz 13,56 MHz. Wenn man es anzündet, brennt es mit gelblicher Flamme, bis das Wasser verbraucht ist oder das Radiowellenfeld ausgeschaltet wird. Dieses Experiment ist nun von Rustum Roy und Kollegen an der Penn State University überprüft und bestätigt worden. Mein Bericht lief im Deutschlandfunk (hier kann der Beitrag nachgehört werden). (more…)

Was der kosmische Mikrowellenhintergrund dem Kosmologen Stefan Hofmann verrät

Monday, April 10th, 2006

Ausmessungen eines kosmischen Temperaturfeldes verraten Kosmologen etwas über die Genese des Universums. Kürzlich haben amerikanische Wissenschaftler Ergebnisse veröffentlicht, an denen sie drei Jahre gerechnet haben. Sie sehen damit die Inflationstheorie bestätigt, der nach sich das Universum an seinem Anfang in einer Billionstel Sekunde auf astronomische Größe ausdehnte.

Welche Schlüsse aus den Messungen gezogen werden, erläutert der deutsche Kosmologe Stefan Hofmann vom kanadischen Perimeter Institute im Telepolis-Interview. Beim Gespräch über winzige Temperaturschwankungen, Dunkle Materie, Dunkle Energie und das Vakuum stellt sich heraus: die winzige Quantenwelt ist der riesigen Welt des Kosmos gar nicht so unähnlich.

Experten streiten über Kalte Fusion

Thursday, March 23rd, 2006

Derzeit tobt unter Physikern ein öffentlicher Disput über die “Bläschenfusion”, die mit der “kalten Fusion” oft in einem Atemzug genannt wird, da beide ohne viel Aufwand Fusionsenergie versprechen. Rusi Taleyarkhan von der Purdue-Universität in Indiana behauptet, die Fusion von Wasserstoffatomen erreicht zu haben, indem er das Lösungsmittel Aceton einem Ultraschallfeld aussetzte. Bei einer Fusion wird viel Energie frei. Die kontrollierte “heiße Fusion” nach dem Vorbild der Sonne gilt als Energiequelle der Zukunft. Taleyarkhan selbst sieht seine Bläschenfusion zwar als heiße Fusion, dennoch wird sie oft mit der kalten Fusion verglichen. Die kalte Fusion ist heute vor 17 Jahren als Wasserstofffusion bei Raumtemperatur vorgestellt worden. 2004 bewertete das US-Energieministerium ausgewählte Ergebnisse der kalten Fusion. Die “überzeugendsten Belege” kämen aus Deutschland. Hintergründe im Handelsblatt

Schleifen statt Fäden

Friday, March 17th, 2006

Das wohl größte Problem der Physik ist der Widerspruch zwischen Allgemeiner Relativitätstheorie und Quantentheorie. Erste beschreibt die Schwerkraft und gilt im kosmischen Maßstab. Zweite regelt das Verhalten von Materie auf der atomaren und subatomaren Skala. Schon Einstein hatte versucht, diesen Riss im Weltbild der physikalischen Erkenntnis zu flicken – erfolglos.

Heute liefern sich die Stringtheorie und die Theorie der Schleifenquantengravitation (SQG) ein Rennen um die bessere Vereinigung beider Theorien. Der Artikel Schleifen statt Fäden in der Süddeutschen Zeitung stellt die SQG vor und schildert, wie Daten des Planck-Experiments eine Entscheidung herbeiführen könnten.